Die Doppelvierer „Loreley“ und „Start Set“ aus der Bootshalle der MRG ankern an einer Sandbank an der Mosel
Vier Ruderer der MRG rudern im Boot „Rumtreiber“ auf dem Rhein nahe der Pfalz bei Kaub
In Dollen eingelegte Ruderblätter treiben auf der angerauten Oberfläche des Wörthersees

Freizeitrudern

Man kann natürlich Rudern auch als reinen Sport verstehen. Das legt ja auch schon der Begriff des Rudersports nahe. Und wenn man bei Olympischen Spielen sieht, wie die Leistungssportler in ihren haarig schmalen Booten am Ende ausgepowert auf ihren Rollsitzen liegen, kommt der Gedanke an eine lockere Freizeitveranstaltung nun wirklich nicht auf.

Und trotzdem machen wir genau das. Viel sogar. Freizeitrudern. Die Fachwelt nennt das „Breitensport“, was aber nichts mit den breiteren Booten zu tun hat, mit denen wir rudern. Wir rudern halt gerne. Und wir rudern auch gerne viel. Und wir sind anschließend auch gerne verschwitzt, weil wir uns angestrengt haben. Aber wir trainieren eben nicht auf einen Wettkampf hin; Es gibt sogar Ruderer bei uns, die anschließend ein Bier oder eine Cola trinken. Wir legen den Begriff des Freizeitsports gerne etwas weiter aus.

Feste Termine haben wir zweimal die Woche. Die sind „fest“, weil diese Termine felsenfest jede Woche im Vereinskalender angeboten werden. Die sind nicht „fest“, weil die oder der Freizeit-Ruderer da zwingend auf der Matte zu stehen hat. Wer nicht kommen kann, kommt halt nicht. Aber wer kommt, findet zu diesen Terminen auf jeden Fall andere Freizeitruderer, die auch aufs Wasser wollen. Die einen, weil sie zum Eisstand auf der Rettbergsaue wollen, die anderen, weil sie die Große Acht rudern wollen – 15 Kilometer rund um Peters- und Rettbergsaue. Wieder andere bleiben in der Wachsbleiche vor unserer Haustür und suchen nur ein wenig Bewegung im Ruderboot.

Es gibt natürlich auch Freizeitruderer, die wollen zur Loreley rudern, was stolze 50 Kilometer den Rhein runter bedeutet; oder die alle Berliner Gewässer berudern wollen und sich also zu einer Wanderfahrt treffen, die zwischen einem Tag und zwei Wochen dauern kann; etwa, wenn sie ihr Boot auf der Loire in Frankreich zu Wasser lassen. Sowas machen wir alles.

Und manche unserer Freizeitruderer sind sogar so verrückt, sich ab und zu zu einem Wettkampf zu treffen. Dann rudern sie den Wesermarathon, der bis zu 120 Kilometer lang ist, oder zum Rhein-Marathon zwischen Leverkusen und Düsseldorf, der so lang ist, wie die klassische Marathonstrecke.

Aber die Eisstand-Besucher und Wachsbleiche-Bezwinger sind unter uns Freizeitruderern dann doch in der Überzahl.